Vom Hoffen, der Angst vorm Scheitern und meiner Suche

Die ersten Tage ohne die Stütze und den Schutz der Tagesklinik sind ge- und erlebt und im Moment bin ich gerade skeptisch. Skeptisch ob ich einen Erfolg zu feiern habe, oder ob es dafür nicht schon zu früh ist? Dennoch kann ich euch sagen, es sind wohl die kleinen Schritte, die es eher zu einem Erfolg werden lassen. Denn diese kleinen Schritte sind die einzige Möglichkeit, durch die Woche zu kommen. Lustigerweise habe ich vor nicht mal zwei Wochen, genau diesen Satz zu einem neuen Mitpatienten in der Tagesklinik gesagt. Er war mit dem ersten Eindruck und den vielen neuen Therapien und Aufgaben total überfordert und wollte schon die Therapie abbrechen. Als ich ihm erklärte, dass die Therapien in seinem Tempo stattfinden und die Therapeuten und Pfleger auf seine Geschwindigkeit und Aufnahmekapazität reagieren, wenn er sie darüber informiert und sie um Reduzierung bittet, warmer beruhigt. Er ist mittlerweile angekommen und ich freute mich sehr, als ich davon hörte. Jetzt musste mich die Tage ein sehr toller Mensch an genau diese Worte erinnern, weil ich selber an mir zweifelte. Ist schon spannend, wie einfach wir anderen Menschen einen Ratschlag geben können, aber nur kurze Zeit später selber genau diesen Ratschlag vergessen. Aber dank des wirklich tollen und spannenden Menschen, wurde ich genau daran erinnert. „Kannst du dich noch an deine Worte erinnern? Du hast doch selbst gesagt, mit kleinen Schritten kommst du besser ans Ziel, dass die Therapie kein Sprint, sondern ein Marathon ist“, sagte mir J. und was soll ich sagen. J. Hatte recht und ich bin dankbar für diese wirklich wichtige Erinnerung. Also kleine Schritte, kurze Planung von ein paar Tagen, nicht zuviel Struktur und nicht zu wenig, denn zuviel Struktur bringt mich wieder in Schwierigkeiten. Wieso ich im Moment krampfhaft versuche in steifen Strukturen zu leben, weil ich Angst habe sonst wieder aus der Bahn zu fliegen, dabei ist zuviel straffe Struktur für mich auch gefährlich. Denn wenn es dann mal nicht nach Plan und Struktur geht, bzw. durch unvorhersehbare Dinge eine Abweichung der Struktur von Nöten ist, kann ich damit kaum umgehen und komme ins mentale Schleudern. Ich verliere dabei dann schnell die Kontrolle und das kann zu psychischen Zusammenbrechen bei mir führen. Eine solche Situation kann nur durch weniger festgefahrene- und starre Strukturen vermieden werden. Im Moment versuche ich genau die richtige Mischung zu finden. Das wird auch noch ein paar Wochen dauern, bis ich diese Mischung gefunden habe, aber ich denke ich bin auf dem richtigen Weg.
Mittlerweile habe ich für mich beschlossen, dass ich einen weiteren Skill brauche, der mir bei psychischen Schräglagen hilft, denn nur das Schreiben alleine hilft nicht wirklich bzw. sollte nicht als alleiniger Skill für mich zur Verfügung stehen. Im Moment sieht es stark nach Sport bzw. Walking/ Jogging aus. Ich versuche meinen arg zerstörten und geschundenen Körper wieder Fit zu bekommen. Denn in einem gesunden Körper, lebt ein gesunder Geist. Mal sehen ob ich diesen Skill zu einem weiteren „Fast Skill“ gesellen kann. Ein Armband aus Gummi, dass ich bei Bedarf flutschen lassen kann. Kurzer Reiz, der mich erinnert ,mich wieder etwas zu beruhigen und die Situation anzunehmen und Achtsam auf mich Selbst zu sein. Mal sehen ob es klappt, ansonsten muss ich weiter suchen.
Jetzt ist es schon spät und ich habe Heute wieder geschafft und kann mich auf Morgen freuen. Wir lesen uns hoffentlich die Tage, es gibt soviel zu berichten.

Leeve Jroos
Euer Barschlamperich

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