I bims, 1 Tief

Sorry, so lange wollte ich eigentlich nicht abwesend sein und euch alleine lassen, doch es war eine ereignisreiche Zeit seit meinem letzten Post hier.
Ich hatte, in der letzten Woche, durch eine Veränderung der Medikation ein ziemliches Tief und mir ging es wirklich schlecht. Das antriebssteigetnde Medikament hatte ein paar Nebenwirkungen, die mir persönlich sehr zugesetzt hatten und eigentlich sollte das Medikamente „ausgeschlichen“ werden. Ausschleichen bedeutet nichts Anderes als das das Medikament in mehreren Phasen runterdosiert wird. Denn eine abrupte Absetzung kann zu üblen Folgen, sogar zum totalen Zusammenbruch, oder suizidalen Gedanken führen. Daher soll das Medikament runterdosiert und dann abgesetzt werden. Leider hat dieses Runterdosieren dazu geführt, dass ich total den Antrieb verlor und kaum noch durch den Tag kam. So wurde die Medikamentation erstmal wieder erhöht um mich etwas zu stabilisieren. Nun wird es wieder runterdosiert um mich umzustellen. Damit soll die Nebenwirkung dann Geschichte sein.

Welche Nebenwirkung? Was für Nebenwirkungen gibt es?

Nebenwirkungen bei Psychopharmaka und Antideprissiva sind meistens in den ersten Wochen der Einnahme zu erwarten, danach sollten sie weniger werden bzw. verschwinden. Manchmal passiert dieses eben nicht und es muss ein anderes Medikament verschrieben werden. Der Vorteil am Aufenthalt in einer Tagesklinik ist, es kann schnell reagiert werden. Nebenwirkungen von Antidepressiva können vielseitig sein, das geht von Appetitlosigkeit, über Fressattacken, Verlust der Libido und ja wirklich, Depressionen. Bei mir war es der Verlust der Libido, die leider auch nach den ersten Wochen nicht wieder besser wurde. Naja, ich wieder stabiler, aber hatte keinen Bock auf Sex, das ist wirklich Kacke und ist auch nicht die Lebensqualität, die ich mir so vorstelle. Also werde ich mein aktuelles Medikament ausschleichen und ein neues Medikament ausprobieren.

Dies ist einer der Ansätze der medizinischen Therapie. Es gibt über 50 Antideprissiva, die zur Auswahl stehen, die richtige Medikation zu finden, ist die Aufgabe der Ärzte und so wird probiert was geht und was nicht. Klingt zwar erstmal nach einem planlosen Ansatz, ist aber eine der besten Möglichkeiten. Im Moment bin ich durch das Ausschleichen wieder total am Boden, da können schon kleine Probleme zu totalen Katastrophen mutieren. Leider sind es im Moment nicht nur kleine Probleme, es sind schon eher große Probleme und die sind auch durch meine Krankheit entstanden. Diese Probleme rücken im Moment leider immer mehr in unser Leben und bringen mich echt an den Rand der Aufgabe. Doch meine Herzfee hat mir diese Gedanken bisher ausreden können. Morgen werde ich das Gespräch mit meinem Therapeuten suchen um mir Rat zu holen und hoffe das die Neumedikation mir schnell hilft, denn ansonsten befürchte ich, dass meine Therapie in der Tagesklinik nicht ausreicht. Diese Erkenntnis ist für mich vielleicht der Tiefpunkt meiner Erkrankung, aber ich glaube das ich diesen Tiefpunkt überstehe. Ich bin froh, dass meine Familie so sehr hinter mir steht und dass ich in der Tagesklinik gutes Personal, Psychiater und Ärzte habe und eine gute Therapiegruppe, die sich untereinander viel halt gibt. Danke für euch. Ihr macht es mir leichter.
Leere Jroos
Euer Barschlamperich

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