2 Dinge….

Wenn sie gehen, hoffe ich sie nie mehr zu sehen, jedenfalls nicht hier!

So denke ich immer, wenn Menschen aus der Tagesklinik, oder der Station, entlassen werden. Denn wenn sie gehen, gehen sie, meistens jedenfalls, gestärkt, geheilt, oder wenigstens stabil in ihr altes Leben zurück. Doch, manche Menschen hat mensch ja doch mehr und in kurzer Zeit, ins Herz geschlossen. Sie teilten, jedenfalls eine bestimmte Zeit, die Sorgen, die Ängste und Gedanken, mit einem. Sie haben das gleiche Schicksal, die gleiche Krankheit und kennen deine Gedanken und Ängste besser, als andere Menschen. Wenn sie gehen verändert sich auch das Leben in der Gruppe und manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich sie beneide. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich von ganzen Herzen für sie, aber ich beneide sie, weil ich noch nicht an diesem Punkt bin. Heute ging wieder ein Mensch, ein Mensch der mich virtuell schon länger begleitete und den ich hier in der Therapie auch persönlich kennen gelernt habe. Ein cooler Typ, der sich durch die Therapien und den stationären Aufenthalt wieder aufgerappelt hat und seinen Weg gehen wird. Ich bin mir sicher, er wird es packen und ich drücke ihn auf diesem Weg nochmal virtuell!

Heute noch ein weiteres Thema…..

Ich habe eine schwere Depression und mein Körper hat mich zusätzlich im Stich gelassen, er funktioniert nicht mehr, genauso wie mein Inneres. Doch oft lese ich im Zusammenhang mit Depression, von „Schwäche“, oder „Modekrankheit“ und deshalb möchte ich euch, die ihr solche Worte im Zusammenhang mit meiner Krankheit nutzt, mal ein paar „warme Worte“ mit auf den Weg geben.

Ich bin nicht schwach, ich lebe mit Depressionen schon viele Jahre, ohne sie jemals bekämpft zu haben. Ich kann nicht schwach sein, denn ich kämpfe jetzt täglich gegen meine Krankheit und gebe oft mehr als 100% um wieder gesund zu werden. Diese Kraft, diese Anstrengung, die ihr gesunden Menschen nicht erfassen könnt, die ich jeden Tag, jede Nacht aufbringe um mich nicht mehr meiner Depression zu ergeben, ist mein Zeichen der Stärke. Ich bin Stark, ich bin ein Kämpfer, der sich nicht aufgibt. Ich weigere mich mit jeder Faser meines Körpers, meines Lebens gegen die Niederlage gegen die Depression und ich werde es schaffen. Mode ist diese KraKrankheit bestimmt nicht, sie ist eine Reaktion auf das Leben, auf unsere Leistungsgesellschaft, auf unsere Umwelt. Die Erwartungen der Gesellschaft auf uns Menschen. Das Leben macht uns krank und das ist keine Mode, das ist eine Warnung an uns Alle, denn es kann auch euch treffen. Euch, die ihr denkt es ist ein Zeichen der Schwäche. Und dann, dann müsst ihr auch kämpfen und dann werdet ihr eine Stärke erfahren, die ihr so noch nie aufgebracht habt. Und ich hoffe, nein ich wünsche es mir, dass ihr diese Kraft ausnutzt um gesund zu werden.

Denen die im Moment an Depressionen, oder ähnlichen Krankheiten leiden und sich wegen solcher Aussagen, wie ich sie oben beschrieben habe, nicht trauen, Hilfe zu suchen. Euch sei gesagt. Ihr seid nicht schwach, nur weil ihr krank seid. Ihr habt die Kraft, die Stärke, um euch mit Hilfe von Menschen die euch helfen wollen und können, gegen eure Krankheit zu stellen und den Kampf aufzunehmen, traut euch nur. Es ist kein Zeichen der Schwäche, es ist ein Ausdruck von Stärke, wenn ihr euch Hilfe sucht!

So, das musste raus. Jetzt geht es mir wieder ein Stück besser.

Leeve Jroos

Euer Barschlamperich

P.S. Wir sind Krieger des Mutes!

Ein Kommentar zu „2 Dinge….

  1. Moin Barschlamperich,

    „gut gebruellt, Löwe!“ ist so ein Satz, der mir spontan beim Lesen deines aktuellen Blogeintrags eingefallen ist. Ja, manchmal ist es nicht leicht, sich gegen die Anfeindungen, die dummen, geistlosen Bemerkungen durchzusetzen und nicht herunterziehen zu lassen. Auch ich weiss das. An manchen Tagen fällt mir „das“ dann auch schwer. – Dann sind Zorn und Wut da, dass es einen selbst getroffen hat, die anderen gut reden haben und es diese Menschen ja nicht betrifft. NOCH NICHT betrifft, wie Du ja richtig und klug schreibst. DAS kann sich ändern, und manchmal, dass gebe ich gerne zu, da wünsche ich es den anderen dann auch an den Hals.

    Nur: bringen einen selbst diese Gedanken weiter, auf Dauer ? Nein, ich denke nicht. Man kann nur versuchen, die Wut und den Zorn umzumünzen in eine Arbeit an sich selbst; auf dass man an seiner Erkrankungen selber wachse und gesunde. Natürlich auch mit der Hilfe von Anderen ! Jeden Tag ein Stückchen vorwärts. Und wenn heute nichts geht, dann morgen wieder. Am Ball bleiben, wie in deinem Sport, dem Football * ! 🙂

    Und: Ich focussiere mich dann auf DIE Menschen um mich, die mir Gutes wollen, die sich melden: mit einer SMS, einer Mail Nachricht oder auch in persönlichen Begegnungen bei einem Kaffee. Diese kleinen Dinge, so wichtig.

    Wenn Dir die Begegnung mit dem nun aus der Klink entlassenen Menschen viel gegeben hat, dann versuche doch virtuell in Kontakt zu bleiben, das wäre mein Vorschlag – da bist Du vielleicht selbst schon drauf gekommen. 🙂 Da wäre ein Gedankenaustausch möglich, ein Kontakt und vielleicht auch eine Freundschaft, Kameradschaft die Euch beide wichtig werden kann, wichtig ist und Euch beide weiter bringt auf Eurem Weg.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft auf deinem Weg, präziser: Dir und deiner Famile wünsche ich helle Tage !

    Maak et joot,

    Uwe

    * = Vom Football verstehe ich nicht viel; aber ich bin Gladbach Fan, von daher…. 😉

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