Am Bahnhof

Ich hatte heute Morgen einen Termin in der Nähe des Hauptbahnhofs und war recht früh dran. Das passiert mir öfters wenn ich Termine habe. Also habe ich es mir angewöhnt, irgendwo in der Nähe lieber noch in Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken und dann zum Termin zu gehen. Also suchte ich mir eine Möglichkeit, um einen halbwegs trinkbaren Kaffee zu erstehen und diesen in Ruhe zu trinken.

Dabei beobachtete ich das rege Treiben in einem Bahnhof und mir vielen die Parallelen zum Leben auf. Ankunft, Abfahrt, ein kommen und gehen. Mal in Ruhe und mal in Eile. Suchen, finden, Begrüßung und Abschied. Freude, Trauer und Enttäuschung. So ein Bahnhof ist wie unser Leben.

Ich sah Menschen, versunken in Gedanken, der Tageszeitung, in Büchern, oder ihren Smartphones. Ich sah alte, junge, arme, reiche Menschen. Ich sah Elend und Leid, aber auch Hilfe und Trost.

Dinge die wir Alle irgendwie und in irgendeiner Form schon erlebt haben. Der normale PendlerInnen bekommen es vielleicht garnicht mehr so mit, weil sie in Eile sind, oder aber weil sie es jeden Tag sehen. Es ist für sie der normale Alltag. Doch ich komme selten an diesen Ort und so fiel es mir doch noch auf.

Viele Dinge waren traurig, wie die Obdachlosen Menschen, die sich in Ecken kauern um etwas Schutz vor der Kälte zu finden. Aber da waren auch Menschen, die die Obdachlosen mit heissen Getränken und Frühstück versorgten. Oder, die Passantin, die einem jungen Menschen ihren gerade bei Starbucks erstandenen großen Kaffee und einen Bagel gab, zurück in den Bahnhof ging um noch eine Tüte Backwaren zu kaufen und Alles zusammen mit dem Wechselgeld an ihn übergab. Es gibt sie also noch, diese Mitmenschlichkeit. Ein schöner Moment, der mir wieder ein wenig mehr Hoffnung gab. Hoffnung das es doch nicht nur Ellenbogen gibt, sondern geöffnete Herzen.

Danke für diesen Moment du fremde Frau! Viel Glück für die nächsten kalten Tage, fremder junger Mann!

Ich kaufte noch einen „Kaffee to Go“ und übergab ihm einem alten Herren mit Rollator, der unter einer Decke in einer zugigen Ecke saß. Dann ging ich zu meinem Termin. Ich hoffe er findet warme Bleibe in der Nacht.

Leeve Jroos

Euer Barschlamperich

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